Tierarztpraxis Dr. Isabel Hanisch
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EINZELLIGE DARMPARASITEN - HÄUFIGER DURCHFALLERREGER

Gerade bei Welpen und Jungtieren treten Symptome wie Durchfall, Erbrechen und Abgeschlagenheit sehr häufig auf. Durchfall kann schnell zur Austrocknung führen und schwächt das Immunsystem, sodass betroffene Tiere anfälliger für weitere Infektionen sind. Grundsätzlich können auch harmlose Faktoren wie Futtermittelumstellungen oder große Aufregung, gerade bei Jungtieren, zu vorübergehendem Durchfall führen. Bei einem Großteil der Tiere mit diesen Symptomen sind die Ursache allerdings Darmparasiten, allen voran einzellige Organismen wie Giardien oder Kokzidien. Etwa 70% aller Welpen und Junghunde und sogar 75% der Katzenwelpen sind vom Durchfallerreger Giardia befallen. Bei erwachsenen Hunden in guten Haltungsbedingungen sind etwa 10% betroffen.

Bei Giardien handelt es sich um mikroskopisch kleine Einzeller, sogenannte „Geißeltierchen“. Sie werden über kontaminiertes Wasser, Kot oder Nahrung aufgenommen. Schon beim Beschnüffeln von Kot oder Artgenossen am Hintern können sie oral aufgenommen werden. Die Parasiten haften sich dann an den Schleimhautzellen des Dünndarms an um sich dort millionenfach zu vermehren. Infektiöse speziell geschützte Formen werden mit dem Kot ausgeschieden. Man spricht hier von Zysten. Bei diesem Vermehrungszyklus schädigen die Einzeller die Darmschleimhaut was zu Bauchschmerzen, Erbrechen und Durchfall führen kann. Giardien sind hochinfektiös, weswegen schon eine winzige Menge des Erregers für eine Infektion ausreicht. Sie fühlen sich in Wasser und feuchter Umgebung besonders wohl und können in feuchtem Boden bis zu 7 Wochen überleben. Außerdem gelten sie als Zoonoseerreger, das heißt auch Menschen können an Giardiose erkranken (Deshalb bitte Hygienemaßnahmen beachten).

Der Giardien Nachweis erfolgt vor Ort in der Tierarztpraxis mittels Schnelltest. Dazu ist eine Kotprobe des betroffenen Tieres nötig. Schon eine kleine Menge (etwa 1TL) in einem sauberen Gefäß ist dazu ausreichend. Da die Erreger nicht dauerhaft ausgeschieden werden kann es zu falsch negativen Ergebnissen kommen. Das heißt die Giardien können nicht immer nachgewiesen werden. Eine „Sammelkotprobe“ über 3 Tage erhöht die Chancen den Erreger tatsächlich nachweisen zu können. Viele herkömmliche Entwurmungen sind gegen Einzeller wirkungslos, weshalb eine gezielte Therapie über einen längeren Zeitraum nötig ist. Das geeignete Präparat erhalten Sie in Ihrer Tierarztpraxis. Giardien erweisen sich in der Behandlung als hartnäckig, deshalb ist die Hygiene ein sehr wichtiger Faktor bei der Therapie und zur Vermeidung von Wiederansteckung. Hier einige wichtige Maßnahmen:

  1. Sofortige Beseitigung von frischem Kot beim Hund / (mehrmals) tägliches Reinigen der Katzentoilette
  2. Gegebenenfalls waschen des Analbereichs mit Shampoo
  3. Gründliches Reinigen und Trocknen aller mit Kot kontaminierten Bereiche (am besten mit Dampfreiniger) und Desinfektion mit ammoniakhaltigen Desinfektionsmitteln
  4. Genaues Befolgen der Therapieanweisungen durch den Tierarzt
  5. Gründliches Händewaschen nach Kotkontakt
  6. Tägliche Desinfektion der Futter- und Wassernäpfe
  7. Entleerung aller Wasserbehälter aus denen die Tiere im Freien trinken können

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KASTRATION VON HÜNDIN UND RÜDE - FÜR UND WIDERKastration
Bei der Kastration handelt es sich um die operative Entfernung der Keimdrüsen, also der Hoden beim Rüden und der Eierstöcke bei der Hündin. Beim weiblichen Tier wird oft fälschlicherweise von Sterilisation gesprochen, was nur eine Durchtrennung der Eileiter bedeutet. Die Hündin würde daher nach wie vor läufig werden – mit allen unangenehmen Nebenerscheinungen.
Hündinnen werden mit 6-12 Monaten das erste mal läufig, danach 2x pro Jahr. Die Läufigkeit zeigt sich durch eine ungefähr 3 Wochen dauernde Scheidenblutung während der die Hündin empfängnisbereit ist.

Bei der Kastration werden die Eierstöcke und die gesamte Gebärmutter entfernt. Daher kommt es danach weder zu weiteren Läufigkeiten noch zu Scheinträchtigkeiten.
Die Gefahr der, vor allem bei älteren Tieren häufig auftretenden, eitrigen Gebärmutterentzündung entfällt. Je früher die Hündin kastriert wird, umso geringer ist die Wahrscheinlichkeiten des späteren Auftretens von Tumoren der Milchdrüse.

Als unangenehme Nebenwirkungen der Kastration sind Gewichtszunahme und in seltenen Fällen Inkontinenz (Harnträufeln) zu nennen. Der Gewichtszunahme ist leicht durch adequate Fütterung und viel Bewegung entgegenzuwirken, die hie und da, vor allem bei großen Rassen auftretende Inkontinenz ist medikamentell gut behandelbar. Bei langhaarigen Rassen mit glänzendem Deckhaar (Spaniel, Langhaardackel, Irish Setter, etc) tritt nach der Kastration manchmal ein überschießendes Wachstum des Wollhaares („Welpenfell“) auf.

Der ideale Zeitpunkt für die Kastration der Hündin ist mindestens 6 Wochen nach beendeter Läufigkeit und mindestens 6 Wochen vor der nächsten erwarteten Läufigkeit.
Die Kastration des Rüden ist anzuraten bei hypersexuellen Tieren, die auf Gegenstände, Tiere oder Menschen aufreiten, bei Kryptorchiden (Einhodern) wegen der Gefahr der Entstehung von Hodentumoren und bei aggressiven Rüden, wobei in letzterem Fall die Wirkung der geplanten Kastration vorab durch eine Hormonspritze getestet werden kann.

Zusammenfassend ist die Kastration der Hündin, die nicht zur Zucht gedacht ist unbedingt anzuraten und zwar so früh als möglich, beim Rüden empfehle ich die Kastration vor allem in oben genannten Problemfällen.

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REGELMÄSSIGE ENTWURMUNG VON HUND UND KATZE –
WOZU EIGENTLICH?Wurmtabletten
Hunde und Katzen infizieren sich durch Kontakt mit Artgenossen oder anderen Tieren, durch Beschnuppern von Kot, durch Fressen von Mäusen usw. immer wieder mit Würmern – egal wie sehr Sie als Besitzer auf Ihr Tier achten. Eine regelmäßige Entwurmung ist daher sehr wichtig, besonders dann wenn Kinder oder kranke, immungeschwächte Menschen im Haushalt leben.

Man unterscheidet zwischen Rund- und Bandwürmern. Rundwürmer können über die Aufnahme von Wurmeiern direkt von einem Tier auf ein anderes oder auf den Menschen übertragen werden. Bandwürmer hingegen benötigen für ihren Lebenszyklus Zwischenwirte (z.B. Maus, Floh, aber auch Mensch) in denen sie Finnen (Dauerstadien) bilden. Wenn ein Hund oder eine Katze nun die Maus oder den Floh frisst, entwickelt sich im Darm der erwachsene Bandwurm.

Bei den meisten erwachsenen Tieren treten bei Wurmbefall keine Symptome auf – die Tiere erscheinen völlig gesund. Erst bei sehr starkem Befall oder geschwächter Wiederstandskraft des Tieres sind Symptome wie Gewichtsabnahme bei normaler Futteraufnahme, stumpfes Fell, Durchfall, Erbrechen, Blut am Kot, Vorfall des 3. Augenlides (ein weißes Häutchen, das vom inneren Augenwinkel über das Auge vorfällt), Wurmhusten bei Spulwurmbefall oder „Schlittenfahren“ bei Bandwurmbefall zu beobachten.

Erwachsene Hunde und Katzen sollten vorbeugend alle 3 Monate entwurmt werden, bei Auftreten von Symptomen oder bei Flohbefall öfter. Welpen inklusive Muttertier sollten bis zur 12. Lebenswoche alle 2 Wochen entwurmt werden. Weiters ist eine Entwurmung zirka eine Woche vor der jährlichen Schutzimpfung zu empfehlen. Dabei ist zu beachten, dass eine Entwurmung keine prophylaktische Maßnahme wie eine Impfung ist, sondern alle zu diesem Zeitpunkt im Darm vorhandenen Würmer abtötet. Das Tier kann sicht theoretisch schon am nächsten Tag wieder mit Würmern infizieren.

Eine regelmäßige Entwurmung ist daher ein Gesundheitsschutz für Ihr Tier und die ganze Familie!

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IN DEN URLAUB MIT HUND UND KATZEUrlaubszeit
Die Reisezeit hat bereits begonnen und viele Tierfreunde wollen ihren Liebling in den Auslandsurlaub mitnehmen. Einige Formalitäten sollten dabei allerdings beachtet werden.
Seit Juli 2004 ist für Hunde, Katzen und Frettchen im Reiseverkehr innerhalb der EU ein Heimtierausweis Pflicht. Weiters muss das Tier eindeutig identifizierbar sein und eine gültige Tollwutimpfung (ordnungsgemäße Grundimmunisierung und jährliche Auffrischung) aufweisen. Zur Kennzeichnung dient ein reiskorngroßer Mikrochip, der vom Tierarzt unter die Haut implantiert wird. Dieses Prozedere ist für den Vierbeiner kaum schmerzhaft. Innerhalb der Übergangsfrist von 8 Jahren wird auch eine deutlich lesbare Tätowierung als Kennzeichnung anerkannt.
Für Reisen in den Mittelmeerraum ist außerdem eine Herzwurmprophylaxe empfehlenswert.

Herzwürmer werden durch Stechmücken übertragen, leben im Inneren des Herzens und verursachen schwere Herz-Kreislauferkrankungen. Als Schutz vor diesen Parasiten sind beim Tierarzt sehr gut wirksame Präparate erhältlich, die das Tier gleichzeitig auch vor Floh- und Zeckenbefall schützen. Zecken können den Haustieren als Überträger zahlreicher Krankheiten gefährlich werden, Flöhe verursachen häufig Allergien und sind Zwischenwirte für Bandwürmer. Daher ist auch für Tiere, die daheim bleiben eine regelmäßige Floh- und Zeckenprophylaxe sehr zu empfehlen.

Einige EU-Staaten wie Großbritannien und Schweden haben zusätzliche Vorschriften bezüglich der Einfuhr von Haustieren. Um unangenehme Überraschungen bei der Reise zu vermeiden, sollte man sich rechtzeitig vor Urlaubsantritt bei der jeweiligen Botschaft über die aktuellen Einreisebestimmungen erkundigen.

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GESEGNETES WEIHNACHTSFEST – AUCH FÜR HAUSTIERE!?Weihnachtsfest
Weihnachten steht vor der Tür - ein Fest der Liebe, Freude und Güte!
Doch leider besiegelt gerade die Weihnachtszeit das Schicksal zahlreicher Tiere, wenn sie als Überraschungsgeschenke unter dem Christbaum und leider allzu oft wenige Tage oder Wochen später in einem der ohnehin schon überfüllten Tierheime landen. Daher mein Appell an Sie liebe Tierfreunde: VERSCHENKEN SIE BITTE KEINE TIERE ohne vorher mit dem zukünftigen Besitzer alle Einzelheiten geklärt zu haben. Denn Tiere zu halten ist eine große Verantwortung, und erfordert viel Zeit. Auch die Kosten für Futter, Zubehör, Versicherung, Gesundheitsvorsorge und Behandlung eventuell auftretender Krankheiten sind zu bedenken. Es muss weiters geklärt sein, wer sich um das Tier kümmert, wenn der Besitzer auf Urlaub fährt oder erkrankt. Außerdem passt nicht jedes Tier zu jedem Menschen, die Wahl des geeigneten Tieres ist daher gut zu bedenken.

Im Namen aller freilaufenden Katzen möchte ich noch eine weihnachtliche Bitte vorbringen. Falls Sie Katzen (egal welchen Geschlechts) haben die ins Freie gehen, lassen Sie diese bitte kastrieren, damit Sie sich nicht ungehemmt vermehren können. Laut neuem österreichischem Tierschutzgesetz müssen alle Katzen, die Freigang haben und nicht zur Zucht gedacht sind kastriert sein! Denn in vielen Gemeinden unseres Landes gibt es ein ernst zu nehmendes Streunerkatzenproblem. Zwar finden sich fast überall Menschen, die ein gutes Herz haben und die Tiere füttern, dabei ist aber zu bedenken, dass diese sich noch stärker vermehren, wenn Sie genügend Nahrung erhalten. Daher ist es unbedingt notwendig, die Streunerkatzen auch kastrieren zu lassen.

Das Leben von Streunerkatzen ist ein tristes, denn sie sind im Kampf ums Überleben ständig auf der Suche nach Fressen und die weiblichen Tiere bringen jedes Jahr bis zu drei Würfe zur Welt. Viele dieser kleinen Kätzchen verhungern, fallen Krankheiten zum Opfer oder erfrieren. Bitte helfen Sie mit, den Tieren dieses Los zu ersparen!

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KATZENIMPFUNGEN FÜR DIE KATZ ?Katzenimpfung
Katzenbesitzer stellen Ihrem Tierarzt manchmal die Frage, ob nur Freigänger oder auch reine Wohnungskatzen geimpft werden müssen. In diesem Artikel werden jene Seuchen beschrieben, gegen die unsere Hauskatzen geimpft werden können. Die letzte Entscheidung ob und wogegen eine Katze geimpft wird, fällt immer der Tierbesitzer, der Tierarzt kann ihm dabei nur beratend zur Seite stehen.

Katzen die frei umherlaufen, sollten im Idealfall zu Ihrem eigenen Schutz gegen Katzenschnupfen, Katzenseuche und Leukose geimpft sein. Als Schutz für den Menschen zusätzlich auch gegen Tollwut. Heute werden die Erkrankungen „Katzenschnupfen“ und „Katzenseuche“ vorgestellt. In der nächsten Ausgabe geht es dann um „Katzenleukose“, „Tollwut“ und „FIP“.

Katzenschnupfen ist eine sehr häufige Viruserkrankung die vor allem bei ungeimpften jungen Katzen auftritt. Aber auch ältere Tiere können erkranken. Die Krankheit wird direkt von Katze zu Katze übertragen, wobei auch gesund wirkende Tiere, welche die Erkrankung überlebt haben aber zeitweilig Viren ausscheiden, als Überträger fungieren können. Katzenschnupfen zeigt sich durch niesen, klaren bis eitrigen Nasenausfluss, Fieber, Appetitlosigkeit, verklebte Nasenlöcher und schwere Atmung. Ohne Behandlung greift die Infektion auf Bronchien und Lunge über und führt nicht selten zum Tod. Überleben die Katzen die Erkrankung bleibt oft ein chronischer Schnupfen zurück. Wohnungskatzen erkranken im Gegensatz zu Freigängern eher selten an Katzenschnupfen.

Katzenseuche wird ebenfalls durch ein Virus verursacht und befällt Tiere jeden Alters. Ihr Erreger ist extrem widerstandsfähig und kann in der Außenwelt Jahre lang überleben. Katzenseuche wird nicht nur durch direkten Kontakt mit einem kranken Tier übertragen, sondern kann auch vom Menschen mit Schuhwerk, Kleidung, Händen usw. in die Wohnung getragen werden. Daher ist es ratsam nicht nur Freigänger sondern auch Wohnungskatzen gegen diese Erkrankung zu impfen. Katzenseuche äußert sich durch plötzlich auftretendes Fieber, Teilnahmslosigkeit, Appetitlosigkeit und massives Erbrechen. Wenn die Tiere dieses Stadium überleben, folgt schwerer unstillbarer Durchfall mit Blutbeimengungen. Die Tiere trocknen rasch aus und versterben häufig trotz intensiver Behandlung.

Für die Impfung gegen Katzenschnupfen und Katzenseuche steht ein Kombinationsimpfstoff zur Verfügung, der ungefähr ab der 8. Lebenswoche zweimal im Abstand von 3 bis 4 Wochen verabreicht wird. Die Wiederholungsimpfungen sind in jährlichem Abstand notwendig.

Leukose ist die häufigste infektiöse Todesursache bei Katzen. Der Erreger dieser Krankheit ist ein Virus, welches mit dem Immunschwäche-Virus HIV verwandt ist, aber ausschließlich Katzen befällt. Jede ungeimpfte Katze kann sich durch Kontakt mit kranken, oder gesund wirkenden leukoseinfizierten Katzen anstecken, die das Virus ständig mit dem Speichel ausscheiden. Die Übertragung ist auch im Mutterleib von der Katze auf die Welpen oder indirekt über Gegenstände wie Fressnäpfe, Katzentoiletten und Menschen möglich. Die Erkrankung bricht oft erst Jahre nach der Infektion aus und äußert sich durch Schwächung des Abwehrsystems, durch Blutarmut oder durch Tumore der Lymphknoten. Aufgrund der Immunschwäche werden sonst harmlose Infektionen für infizierte Tiere zu einer tödlichen Gefahr. Für Leukose gibt es bis heute keine Heilung. Eine eindeutige Diagnose ist mittels Bluttest möglich, welcher auch einer Impfung vorangehen sollte. Katzen werden ab der 9. Lebenswoche zwei Mal im Abstand von 3-4 Wochen geimpft. Nach dieser Grundimmunisierung erfolgt die Auffrischung in jährlichem Abstand .

Tollwut ist eine für alle Säugetiere tödliche Erkrankung. Unsere Haustiere können sich anstecken, indem sie von infizierten Wildtieren gebissen werden. Das Tollwut-Virus greift des zentrale Nervensystem an und ruft Aggressivität, Wesensveränderungen und Lähmungen hervor, gefolgt von Krämpfen und dem sicheren Tod. Der Biss eines infizierten Haustieres ist für den Menschen lebensgefährlich. Tollwutverdächtige Tiere müssen getötet werden, wobei Tollwutverdacht laut Gesetz auch dann besteht, wenn Kontakt zu einem tollwutkranken Tier nur vermutet wird. Freigehende Katzen bleiben in solchen Fällen vor der Tötung nur dann verschont, wenn sie nachweislich gegen Tollwut geimpft sind. Daher ist es empfehlenswert alle Katzen die ins Freie gehen jährlich zu impfen, auch wenn wir uns momentan in keinem Tollwutsperrgebiet befinden.

FIP (Feline infektiöse Peritonitis) - zu Deutsch: ansteckende Bauchfellentzündung der Katze- ist eine relativ häufige, ebenfalls tödlich verlaufende Virusinfektion, die sowohl durch direkten Kontakt als auch durch Gegenstände übertragen werden kann. Die Katzen zeigen zuerst Fieber und Appetitlosigkeit später kommt es zu Flüssigkeitsansammlungen in der Bauch-, Brusthöhle oder dem Herzbeutel oder zu knötchenartigen Veränderungen an inneren Organen. Es gibt keine Möglichkeit der Behandlung. Katzen können gegen FIP geschützt werden indem ihnen ein Impfvirus über die Nase verabreicht wird. Leider bietet hier aber auch die Impfung keinen 100%igen Schutz. Daher ist sie hauptsächlich bei Katzen zu empfehlen, welche direkten Kontakt zu einer erkrankten Katze haben und laut Bluttest noch nicht infiziert sind.

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ZECKEN – WELCHE GEFAHREN BERGEN SIE FÜR HUNDE ?
Zecken übertragen häufig Krankheiten wie Borreliose, Babesiose und Ehrlichiose auf unsere Hunde. Im Gegensatz zum Menschen erkranken Hunde aber nicht an FSME.
Da Haustiere weit öfter und stärker von Zecken befallen werden als der Mensch, ist das Risiko einer Infektion mit oben genannten Krankheiten hoch. Vor allem, da der letzte Winter extrem mild war und uns heuer eine Zeckenplage bevorstehen dürfte ist es empfehlenswert, unsere Vierbeiner rechtzeitig und umfassend vor Zeckenbefall zu schützen.
Leider sind Zecken gegen viele im Handel erhältlichen Halsbänder, Sprays und Spot-on Präparate bereits resistent. Vertrauen Sie bei der Zeckenprophylaxe daher ihrem Tierarzt.

Borreliose (hervorgerufen durch Bakterien) führt im Frühstadium zu Fieber, Mattigkeit und Appetitlosigkeit. Aufgrund dieser uncharakteristischen Symptome wird die Erkrankung leicht übersehen. Ohne rechtzeitige Behandlung kommt es im Spätstadium zu chronischen Gelenksentzündungen und Schädigung von Nieren und Herzmuskel.
Als Prophylaxe gegen Borreliose steht für Hunde seit einigen Jahren ein Impfstoff zur Verfügung, der 2x im Abstand von 4 Wochen verabreicht wird.
Ehrlichiose (hervorgerufen durch Parasiten) hat vielgestaltige Symptome wie hohes Fieber, Blutarmut, Blutungsneigung, Erbrechen, Durchfall und Atemwegserkrankungen. Ehrlichiose kann nur durch wirksame Zeckenprophylaxe und möglichst rasches Entfernen saugender Zecken (innerhalb von 24h) verhindert werden.
Babesiose (hervorgerufen durch Blutparasiten) zeigt sich in der 1. Phase durch hohes Fieber, Mattigkeit, Appetitlosigkeit und Erbrechen. In der 2. Phase kommt es zu Blutarmut, rotem bis grünbraunem Harn und Gelbsucht. Ohne Behandlung führt die Erkrankung innerhalb weniger Tage zu Nierenversagen und kann tödlich enden. Seit neuestem gibt es aber einen Impfstoff gegen Babesiose.

Leider gibt es keinen 100%igen Schutz vor Zeckenbefall. Daher werden auch Hunde, die ein Zeckenhalsband tragen oder mit einem wirksamen Spot-on Präparat behandelt wurden, manchmal von einem Zecken gebissen. Eine tägliche Untersuchung des Hundes auf Zecken nach dem Spatziergang, sowie das sofortige Entfernen der Parasiten ist also trotz aller Schutzmaßnahmen anzuraten.

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VORSORGEUNTERSUCHUNG BEI HAUSTIERENVorsorgeuntersuchung
Die durchschnittliche Lebenserwartung von Hunden und Katzen ist in den letzten Jahrzehnten durch verbesserte medizinische Versorgung und altersgerechte Ernährung kontinuierlich gestiegen. Leider werden bei unseren Haustieren internistische Erkrankungen oft viel zu spät erkannt.

Durch Gesundenuntersuchung mit Blutabnahme könnten viele Störungen im Organismus auch bei Hunden und Katzen rechtzeitig erkannt, und erfolgreich behandelt werden. Die Vorsorgeuntersuchung ist bei jungen Tieren alle 1-2 Jahre, bei Katzen ab den 7. Lebensjahr sowie bei Hunden je nach Körpergröße (je größer die Rasse umso früher) ab 6-10 Jahren zweimal jährlich empfehlenswert.
Die Blutwerte geben Hinweise auf den Zustand von Leber, Niere, Bauchspeicheldrüse, sowie der Muskulatur und des Stoffwechsels. Im großen Blutbild wird die qualitative und quantitative Zusammensetzung des Blutes ermittelt.

Sollten Sie an Ihrem Tier eines oder mehrere der folgenden Symptome feststellen, wenden Sie sich bitte im Interesse Ihres Lieblings umgehend an einen Tierarzt: Änderungen im Freßverhalten, Gewichtszunahme oder Gewichtsverlust, vermehrtes Trinken, Mattigkeit, Leistungsabfall, Husten und Kurzatmigkeit, Hautveränderungen, Verdauungsstörungen, Probleme beim Aufstehen oder Springen, Probleme beim Absatz von Kot oder Urin.
Abgesehen von der Vorsorgeuntersuchung können Sie Ihrem Haustier durch art- und altersgerechte Fütterung, ausreichende Bewegung, konsequente Floh-und Zeckenbekämpfung sowie Entwurmung, und nicht zuletzt durch Impfung gegen übertragbare Krankheiten ein langes gesundes Leben ermöglichen.

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